Ich habe COVID (Infektion mit Coronavirus SARS-CoV 2), was nun?

Die Erkrankung ist meldepflichtig.

Ihr Test ist positiv und Sie haben keine Symptome?

Dann können Sie nach spanischem Recht mit Maske und den erforderlichen Hygienemaßnahmen arbeiten gehen.

In Deutschland reicht die Selbstisolation bis zum negativen Coronatest.

Ihr Test ist positiv und Sie haben Symptome?

Hier kommt es darauf an, wie es um Ihr Immunsystem bestellt ist.

Bei den meisten Geimpften treten Symptome, wie Fieber, Kopfschmerz, Husten und Gelenkschmerzen in abgeschwächter Form auf. Der Auswurf sollte klar sein.

In dem Moment wo er sich nach gelb oder grün verfärben sollte, liegt höchstwahrscheinlich eine bakterielle Superinfektion vor, die einer antibiotischen Behandlung bedarf.

Der Virusinfekt alleine wird meist rein symptomatisch behandelt. 

Isolation wird angeraten, bis zum negativen Coronatest.

Haben Sie Vorerkrankungen, wie Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankung, Diabetes mellitus, Krebserkrankung oder andere Erkrankungen, die Ihr Immunsystem bereits schwächen, gehören Sie schleunigst in medizinische Behandlung, da die Erkrankung hier oft zu Komplikationen führt, wie im Übrigen jeder andere virale oder bakterielle Infekt, der auf einen vorgeschwächten Körper trifft.

Long -COVID (> 4 Wochen ) und Post-COVID Syndrom (> 12 Wochen), was ist das?

Nach einer Erkrankung mit Covid  bleiben bei ungefähr 10% der Erkrankten mit Symptomen, die Beschwerden mehr als 4 Wochen bestehen.

Bei den meisten Erkrankten erfolgt die vollständige Erholung nach ca. 3 Wochen.

Es gibt aber Fälle, wo die Symptome und die damit verbundene gesundheitliche Beeinträchtigung deutlich länger anhalten und darüber hinaus können sogar neue Symptome hinzukommen. Meist verläuft das ganze wellenartig, sprich: kurz geht es wieder bergauf und dann kommt wieder eine Verschlechterung.

Die häufigsten Symptome sind:

  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit (Fatigue)
  • Reduzierte Belastbarkeit
  • Glieder- und Muskelschmerzen
  • Atemnot bei Belastungen
  • Geschmack- und Geruchsstörung

Gelegentliche Symptome:

  • Brainfog (Konzentrationsstörungen)
  • Husten
  • Schlafstörungen
  • Haarausfall
  • Stressgefühl
  • Depressionen
  • Panikattacken
  • Nasenbluten

Seltener:

  • Schwindel
  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Herzstolpern oder Herzrasen (POTS posturales orthostatisches Tachykardie-Syndrom)
  • Kribbeln
  • Lähmungen

Unklar ist noch, ob es sich bei diesem Krankheitsbild nur um eine Folge oder eine eigenständige Erkrankung handelt. Bei manchen Patienten tritt die Verschlechterung nach vergleichsweise geringen Anstrengung erneut auf.

Dies wird als PEM (post-exertionelle Malaise) benannt.

Wie kommt es zu diesem Verlauf?

Genau weiß man bislang nicht, warum diese Beschwerden bei manchen Patienten auftreten und sogar innerhalb von Familien , wo alle Angehörigen infiziert sind und alle auch langanhaltende Beschwerden haben, die Beschwerden sogar beim Einzelnen unterschiedlich sein können.

Bis jetzt hat man hierfür folgende Ursachen verantwortlich gemacht:

  • Reduziertes Immunsystem (z.B. Vitamin D-Mangel, Darmdysbiose etc)
  • Anhaltende Infektion und Entzündung einzelner Organe mit SARS -CoV-2 
  • Überschiessende Immunreaktion auf das Virus
  • Niedriger Sauerstoffgehalt im Blut und deswegen verlangsamter Heilungsprozess

Was kann man tun?

Natürlich wünscht der betroffene Patient, daß es DAS Medikament gäbe, um die Beschwerden zum Abklingen zu bringen. Leider ist bisher keine überzeugende Behandlung bekannt.

Schonung, ausreichender Schlaf und eine ausgewogene gesunde Ernährung sind sicherlich anzustrebende Grundmaßnahmen.

Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn Sie Atembeschwerden, Brustschmerzen,Mühe wach zu bleiben  oder Nervenstörungen bemerken.

Erstens kann er nach den Ursachen schauen und zudem ernstere Komplikationen ausschliessen oder aber behandeln.

Außerdem kann er Sie mit z.B. Vitaminen unterstützen oder je nachdem auch mit einer kurzfristigen Cortisonbehandlung um die überschiessende Entzündungsreaktion zu minimieren.

Vor allem brauchen Sie Geduld, denn es ist individuell unterschiedlich, wie lange Ihr Körper braucht, um sich wieder vollständig zu erholen.

Wichtig ist, sich Ruhe und Zeit einzuräumen.

Jeder Patient, der COVID durchgemacht hat, sollte sich über Folgendes im Klaren sein:

  • Auch nach mildem Verlauf der Erkrankung sind lange anhaltende Beschwerden möglich
  • Meistens bilden sich diese nach einigen Wochen bis Monaten vollständig zurück
  • Bleibende Schäden sind extrem selten
  • Und sollten trotzdem wieder neue Beschwerden auftreten, dann suchen Sie Ihren Arzt auf

Mit Ihrem Hausarzt sollten Sie:

  • Realistische Ziele festlegen
  • Termine für Kontrolluntersuchungen vereinbaren
  • Belastungsgrenzen klar definieren

Auf diese Art und Weise, sollte Ihr Körper sich nach und nach regenerieren.