Alle Jahre wieder rücken sie an: die Prozessionsraupen, auch Pinienspinner genannt.

Aus spinnen-netzartigen Nestern, in Pinien angesiedelt, schlüpfen sie wenn die Zeit reif ist – meist um die Zeit Ende Januar/Februar. Und dann machen sie sich auf die Wanderschaft…

So putzig sie auch aussehen, wie sie da aneinandergereiht in langer Schlange dahin kriechen, so gefährlich ist der Kontakt mit ihnen. Kinder sollten hier besonders eindringlich gewarnt werden. Man sieht die Raupen besonders häufig in den Küstenregionen – im Südwesten Mallorcas also in Pto. Andratx, Camp de Mar, San Telmo, Paguera und Santa Ponsa.

Die kleinen seidigen Härchen sind mit einem Nesselgift versehen und mit kleinen Widerhaken. Diese setzen sich in die Haut und verursachen sehr unangenehme Hautreaktionen mit Quaddeln und starkem Juckreiz. In vielen Fällen können schon alleine durch den Wind transportierte Härchen aus den Nestern dementsprechende Reaktionen auslösen und Sie haben eventuell noch nicht mal eine Raupe zu Gesicht bekommen.

Gerade Golfer auf pinienbewaldeten Golfplätzen oder Personen, die den gelben Pinienblütenstaub zusammenkehren, wissen ein Lied davon zu singen. Inhaliert kann es zu asthmaähnlichen Anfällen und Atemnot kommen. Sollten Sie ein Nest (siehe Foto) in Ihrer näheren Umgebung entdecken  – bitte Finger weg und kein falsches Heldentum. Setzen Sie sich lieber mit Ihrem Gärtner oder dem Rathaus (Ayuntamento) in Verbindung und lassen Sie nur den Fachmann ran. Heruntergefallene Nester oder auch die Raupen bitte nur mit Wasser wegspülen und nicht mit dem Besen wegkehren.

Für Hunde und Katzen sind die Raupen eine besondere Gefahr, da die Vierbeiner aus lauter Kuriosität gerne mal an den Raupen schnuppern oder sie gar fressen wollen. Hier droht Lebensgefahr mit Zungenanschwellung, Atemnot etc., deshalb ist das umgehende Aufsuchen des Tierarztes dringend anzuraten. Sollte all dieser Warnungen zum Trotz eine allergische Reaktion bei Ihnen auftreten, wenden Sie sich bitte umgehend an Ihren Doktor. Der Arzt wird Sie sofort medikamentös versorgen um Schlimmeres abzuwenden.

Übrigens: sollten Sie auf Ihrem Grundstück Pinien haben, können Sie  einen Antrag bei Ihrem Rathaus stellen, die Pinien im Herbst besprühen zu lassen oder Pheromonfallen aufzustellen, damit es gar nicht erst zur Vermehrung der Prozessionsraupen kommen kann. Alternativ gibt es eine sogenannte Phytotherapie, bei der man die Pinien im Herbst mit einer Flüssigkeit „impft“, die das Ausbilden der Nester verhindert, was meist für 2 Jahre ausreicht. Manchmal ist vorbeugen besser…

Ach ja, bei so wehrhaften Raupen sollte man eigentlich meinen, es entpuppe sich ein wunderschöner Schmetterling.

Weit gefehlt, es wird lediglich eine beige-braune grössere Motte.

 

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Prozessionsraupen – das große Krabbeln
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